Planung einer Sportanlage in der Wasserschutzzone

wieder einmal droht die Zerstörung einer gewachsenen Kulturlandschaft im Inntal (Brannenburg), die nun einem Fußballstadion mit Trainingsplatz, Flutlichtanlage sowie großräumiger dazugehörender Infrastruktur geopfert werden soll. 

Seit über 3 Jahren betreibt der Bürgermeister von Brannenburg intensiv die Planung für diese Sportanlage im Gebiet Waching. Dieses Areal liegt ausgerechnet auch noch im Wasserschutzgebiet für die Trinkwasserversorgung der Gemeinden Brannenburg, Raubling und Teilen von Flintsbach.

In den vergangenen Jahren hat der Bürgermeister Gold diese Planung damit forciert, dass die Gemeinde anderswo keine Alternativen habe und daher die Bedürfnisse der Sportler an dieser Stelle Vorrang vor der Unversehrtheit der Wasserschutzzone und der historischen Kulturlandschaft unterhalb von St. Margarethen haben.

Kurioser Weise besitzt Brannenburg bereits 5 Fußballplätze, aber kaum die dazugehörigen Sportler.(„Schlechte Nachrichten also, wir kämpfen in dieser Saison nicht nur gegen den Abstieg, wir kämpfen buchstäblich ums Überleben!“ und “Ab der kommenden Saison hat der TSV Brannenburg keine aktiven A-Jugendspieler zur Verfügung“) Zitat aus: Infoblatt TSV Brannenburg Nr. 8, Nr.12, 2002.

Seit drei Jahren unterstützen wir die BI „Brannenburger Natur“, die über eine Eingabe beim Ministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen als formal Beteiligte sich noch in das Verfahren einbinden konnte. Mit zahlreichen Gutachten von Herrn Dr. habil. Herold gelang es, viele Probleme und Mängel aufzuzeigen und die Behörden zu langwierigen Untersuchungen zu veranlassen.

Alle Gutachten wurden zwar in den einschlägigen Behörden bearbeitet, jedoch vom Bürgermeister Gold zurückgehalten und dem Gemeinderat nicht vorgelegt. So blieben dem Gemeinderat die Probleme des Vorhabens der Sportanlage Waching (Brannenburg) wegen der Wasserschutzzone unbekannt.

Trotz der langwierigen Untersuchungen der zahlreichen Probleme in der Wasserschutzzone meint das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, dass ein Sportstadion an dieser Stelle in der Wasserschutzzone zulässig sei, jedoch mit erheblichen Auflagen.

In dieser kritischen Situation hat sich die Inntal Gemeinschaft der Sache angenommen, um diese einmalige Kulturlandschaft zu erhalten und die schwere Beeinträchtigung der Wasserschutzzone zu verhindern. Damit wird gleichzeitig das Forschungsprojekt „Kloster Petersberg“  der Ludwig-Maxi-milians-Universität München, Institut für Vor- und Frühgeschichte, unterstützt. Der gesamte Bereich um St. Margarethen ist eine der wenigen noch existierenden intakten frühmittelalterlichen Landwirtschaftsstrukturen. Ein Sportstadion mit Flutlichtanlage und großflächigen Parkplätzen würde dieses Ensemble für immer aus dem Gleichgewicht bringen.

Die Unversehrtheit der Wasserschutzzone wird auch nicht durch Auflagen beim Bau eines Sportstadions mit Infrastruktur gesichert. Die bisherige Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes zur Zulässigkeit des Vorhabens ist höchst fraglich und darf so nicht aufrecht erhalten bleiben.

Nun hat die Inntal Gemeinschaft festgestellt, dass durchaus Alternativen für ein Fußballgelände zur Verfügung stehen. Um die festgefahrene Situation wieder in Bewegung zu bringen, hat die Inntal Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz, Kreisgruppe Rosenheim, eine Postwurfsendung in Brannenburg durchgeführt, die nun den Bürgermeister gezwungen hat, erstmals entgegen seiner jahrelangen Unbeweglichkeit Alternativstandorte im Gemeinderat zur Debatte zu stellen.

Seit der Herausgabe des Flugblattes am 4.4.2003 ist eine 2. Alternative auf dem Gelände der Bundeswehr in Brannenburg konkret geworden. Der dort befindliche Fußballplatz mit 400 m Aschenbahn und genügend Parkplätzen könnte von Brannenburger Sportlern mitbenutzt werden. Voraussetzung ist ein formaler Antrag der Gemeinde an die Bundeswehr, der mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv entschieden würde.

Vor über 10 Jahren hat sich die Inntal Gemeinschaft bereits anlässig der geplanten Aufstockung der Mülldeponie in Flintsbach/Inn und damit einer drohenden Beeinträchtigung der gleichen Trinkwasserversorung für deren Schutz eingesetzt und konnte damals wesentlich zur Schließung der Mülldeponie beitragen.

Nun droht durch die Planung dieser Sportanlage eine erneute Beeinträchtigung des Trinkwassers.